Sie stehen nur für bestimmte Situationen auf dem Feld und können dennoch ein ganzes Spiel drehen: die Special Teams. Dieser Einsteiger-Guide zeigt, wann sie gebraucht werden und warum ein Kick weit mehr ist als eine Spielunterbrechung.
Was sind Special Teams?
Ein Football-Team setzt nicht immer dieselben elf Spieler ein. Während die Offense angreift und die Defense verteidigt, kommen für Kicks und Returns besondere Aufstellungen aufs Feld. Diese Einheiten heißen Special Teams. Einige Spieler haben dort sehr spezielle Aufgaben; andere helfen zusätzlich in Offense oder Defense.
Zu den bekanntesten Spezialisten gehören Kicker, Punter, Long Snapper, Holder und Returner. Dazu kommen Spieler, die blocken, einen Kick decken oder einen Return stoppen. Der Erfolg hängt vom Zusammenspiel aller Beteiligten ab.
Kickoff: Das Spiel wird fortgesetzt
Ein Kickoff bringt den Ball beispielsweise zu Beginn einer Halbzeit und nach einem Punktgewinn wieder ins Spiel. Die empfangende Mannschaft versucht, einen möglichst guten Startpunkt für ihre Offense zu erreichen. Die kickende Mannschaft will den Return begrenzen oder den Ball gemäß den Regeln so platzieren, dass der Gegner möglichst ungünstig beginnt.
Beispiel: Ein Returner fängt den Kick, findet zwischen den Blocks seiner Mitspieler eine Lücke und läuft bis zur eigenen 38-Yard-Linie. Von dort startet der erste reguläre Angriff. Wird er deutlich früher gestoppt, muss seine Offense mehr Feld überwinden.
Gerade bei Kickoffs ändern Wettbewerbe einzelne Regeln und Aufstellungen. Die NFL hat hierfür eigene Vorgaben, die nicht unbesehen auf andere Ligen übertragen werden sollten.
Punt: Den Gegner weit zurückdrängen
Ein Punt erfolgt oft im vierten Versuch, wenn die Offense voraussichtlich weder ein neues First Down noch ein Field Goal erreichen kann. Der Long Snapper wirft den Ball weit nach hinten zum Punter. Dieser lässt ihn aus der Hand fallen und kickt ihn, bevor er den Boden berührt.
Mit dem Punt gibt ein Team den Ballbesitz normalerweise ab. Sein Ziel ist eine bessere Feldposition für die anschließende Defense: Der Gegner soll seinen Angriff möglichst weit von der Endzone entfernt beginnen.
Beispiel: Ein Team steht an der eigenen 35 und braucht bei 4th & 8 noch acht Yards. Ein gescheiterter Spielzug würde dem Gegner den Ball in guter Position überlassen. Ein langer Punt kann dessen nächsten Angriff dagegen weit nach hinten verlegen.
Return und Fair Catch
Nach einem Punt kann der Returner den Ball fangen und zurücktragen. Seine Mitspieler versuchen, ihm durch legale Blocks Platz zu verschaffen. Der Returner muss zugleich abwägen, ob er überhaupt sicher anlaufen kann.
Stehen Verteidiger bereits sehr nahe, kann er einen Fair Catch signalisieren. Damit verzichtet er auf den Rücklauf und erhält bei einem regelkonformen Fang Schutz vor einem unmittelbaren Angriff. Im Detail regeln die jeweiligen Wettbewerbe, wann ein Signal gültig ist und wo der nächste Spielzug beginnt.
Beispiel: Der Punt landet kurz vor der eigenen Endzone. Ein Returner muss entscheiden, ob er den Ball sicher fangen kann, ihn passieren lässt oder einen Fair Catch signalisiert. Ein Fehler an dieser Stelle kann dem Gegner sofort eine große Chance geben.
Field Goal und Zusatzkick
Für ein Field Goal versucht der Kicker, den Ball über die Querlatte und zwischen die Pfosten zu schießen. Ein erfolgreicher Kick bringt drei Punkte. Nach einem Touchdown kann ein Team außerdem einen Kick für einen zusätzlichen Punkt versuchen. Wo der Ball für diesen Versuch platziert wird, hängt vom Regelwerk ab.
Vor dem Kick wirft der Long Snapper den Ball zum Holder. Dieser stellt ihn auf, während die übrigen Spieler die gegnerische Defense vom Kicker fernhalten. Timing und Präzision müssen stimmen: Ein schlechter Snap oder eine verspätete Platzierung kann den Kick erschweren.
Beispiel: Ein Team liegt kurz vor Schluss zwei Punkte zurück. Erreicht seine Offense eine günstige Feldposition, kann ein erfolgreiches Field Goal die Führung bringen. Ein verfehlter Kick lässt dagegen möglicherweise kaum Zeit für einen weiteren Angriff.
Warum Feldposition ein taktischer Vorteil ist
Special Teams beeinflussen häufig, wo ein Angriff beginnt. Startet die Offense nahe ihrer eigenen Endzone, muss sie einen langen Weg bis zu Punkten zurücklegen. Beginnt sie bereits nahe der gegnerischen Endzone, genügt vielleicht schon ein kurzer Spielzug oder ein Field Goal.
Ein guter Punt, ein gestoppter Return und ein sicherer Kick können daher genauso wichtig sein wie ein spektakulärer Pass. Beim nächsten Spiel lohnt sich der Blick auf den Startpunkt der Offense nach jedem Kick: Genau dort wird die Wirkung der Special Teams sichtbar.
Die einzelnen Spezialisten findest du in der Übersicht der Spielerpositionen. Die Wertung von Field Goal und Zusatzversuch erklärt Punkte im American Football. Wann ein Punt sinnvoll wird, zeigt Down and Distance.
