Die wichtigsten Unterschiede und Besonderheiten
Holding, False Start, Pass Interference und Roughing the Passer begegnen uns in vielen Football Wettbewerben. Doch eine Flagge hat nicht überall dieselbe Folge. Das eigene NFL Regelwerk unterscheidet sich besonders bei Defensive Pass Interference, Defensive Holding, Illegal Contact, Roughing the Passer und Spielerschutzregeln.
Handzeichen erkennen: Neben den Erklärungen siehst du die passenden Schiedsrichterzeichen. Klicke ein Bild an, um es groß zu öffnen. Die Bilder sind KI-generierte Fotodarstellungen eines fiktiven Whitehats. Bewegungen zeigen wir als Momentaufnahme und beschreiben sie im Text. Ein Zeichen kann für mehrere Fouls stehen; Team, Spieler und genaue Entscheidung ergeben sich zusätzlich aus der Ansage.
Das NFL Regelwerk
Das NFL Regelbuch definiert Fouls und ihre Folgen: Yardverlust, Strafpunkt, Automatic First Down, Loss of Down, mögliche Ausschlüsse und den Umgang mit mehreren Fouls. NFL Entscheidungen müssen deshalb nach dem Regelwerk der jeweiligen Saison beurteilt werden.
Die typischen NFL Strafen
Viele Strafen lassen sich grob in 5, 10 und 15 Yards einteilen. Beispiele für 5 Yards sind False Start, Offside, Neutral Zone Infraction, Encroachment, Delay of Game, Illegal Formation, Illegal Motion, Illegal Shift, Too Many Players, Defensive Holding, Illegal Contact und Running Into the Kicker. Einige defensive Fouls bringen zusätzlich ein neues First Down.

False Start und Illegal Formation
Beide Fouls kosten in der NFL grundsätzlich fünf Yards und haben dasselbe Grundsignal. Ob eine vorzeitige Bewegung oder eine unerlaubte Formation vorliegt, ergibt sich aus der Ansage.
So erkennst du das Zeichen: Unterarme voreinander kreisen lassen. Dasselbe Grundsignal steht auch für Illegal Formation.

Offside, Encroachment und Neutral Zone Infraction
Diese drei NFL-Verstöße haben dasselbe Handzeichen. Das Bild allein verrät deshalb nicht, welche Variante vorliegt.
So erkennst du das Zeichen: Beide Hände an die Hüften. In der NFL auch Encroachment und Neutral Zone Infraction; das Zeichen allein trennt diese Fouls nicht.

Delay of Game
Eine regelwidrige Spielverzögerung wird in der NFL grundsätzlich mit fünf Yards bestraft. Häufigster Anlass ist eine abgelaufene Play Clock.
So erkennst du das Zeichen: Beide Unterarme waagerecht vor der Brust übereinanderlegen, die Hände flach mit ausgestreckten Fingern halten und die Position ruhig halten.

Too Many Players – zu viele Spieler
Das NFL-Zeichen zeigt Wechselverstöße beziehungsweise zu viele Spieler an. Es unterscheidet sich vom IFAF-Zeichen an der gegenüberliegenden Schulter.
So erkennst du das Zeichen: Beide Hände oben auf die Kappe legen. NFL-Signal für Wechselverstöße beziehungsweise zu viele Spieler.

Illegal Motion
Eine unzulässige Bewegung eines Offensivspielers wird mit dem einarmigen Zeichen angezeigt.
So erkennst du das Zeichen: Eine Hand in einem waagerechten Bogen bewegen.

Illegal Shift
Das NFL-Zeichen für Illegal Shift verwendet beide Hände und unterscheidet sich damit vom einarmigen Motion-Zeichen.
So erkennst du das Zeichen: Beide Hände in waagerechten Bögen bewegen.

Defensive Holding
Defensive Holding kostet 5 Yards und bringt ein Automatic First Down. Bei 3rd & 15 reichen fünf Yards allein nicht zum neuen First Down. Durch die Zusatzfolge erhält die Offense dennoch eine neue Serie.
So erkennst du das Zeichen: Ein Handgelenk mit der anderen Hand festhalten; die gehaltene Hand ist zur Faust geschlossen. Dasselbe Signal für offensives und defensives Holding.

Illegal Contact
Ein Verteidiger darf einen berechtigten Receiver nur innerhalb bestimmter Grenzen körperlich behindern. Regelwidriger Kontakt jenseits der erlaubten Zone vor dem Pass kann Illegal Contact sein. Die NFL Strafe beträgt 5 Yards plus Automatic First Down. Das Foul unterscheidet sich von Pass Interference.
So erkennst du das Zeichen: Eine offene Hand nach vorn ausstrecken. Nicht mit den zwei Händen bei Pass Interference verwechseln.

Defensive Pass Interference
Defensive Pass Interference wird in der NFL grundsätzlich am Spot of the Foul durchgesetzt und bringt ein First Down. Bei einer tiefen Route kann ein Foul 40 Yards jenseits der Line of Scrimmage somit ungefähr 40 Yards Raumgewinn bedeuten. Details und Ausnahmen hängen von der Position des Fouls ab.
So erkennst du das Zeichen: Beide offenen Hände nach vorn schieben. Offense und Defense nutzen dasselbe Foulzeichen.
Foul in der Endzone
Passiert Defensive Pass Interference in der Endzone und lag der vorherige Spot außerhalb der eigenen 2 Yard Linie der Defense, wird der Ball grundsätzlich an deren 1 Yard Linie platziert. Die Offense bekommt so eine sehr gute Touchdownchance.

Offensive Pass Interference
Auch ein Receiver kann einen Verteidiger regelwidrig behindern, etwa indem er ihn wegstößt, um Platz für den Catch zu schaffen. Offensive Pass Interference kostet in der NFL 10 Yards. Die beiden Seiten werden also nicht gleich durchgesetzt.
So erkennst du das Zeichen: Beide offenen Hände nach vorn schieben. Offense und Defense nutzen dasselbe Foulzeichen.

Offensive und Defensive Holding
Offensive Holding kostet grundsätzlich 10 Yards. Defensive Holding kostet 5 Yards plus Automatic First Down. Bei der Ansage „Holding“ ist deshalb entscheidend, welches Team das Foul begangen hat.
So erkennst du das Zeichen: Ein Handgelenk mit der anderen Hand festhalten; die gehaltene Hand ist zur Faust geschlossen. Dasselbe Signal für offensives und defensives Holding.

Illegal Block in the Back
Ein regelwidriger Block von hinten kostet in der NFL grundsätzlich zehn Yards. Das Zeichen gehört zur Gruppe Illegal Use of Hands, Arms or Body und ist nicht ausschließlich für dieses Foul reserviert.
So erkennst du das Zeichen: Eine Hand umfasst das andere Handgelenk; die gehaltene Hand bleibt offen. Nicht mit der geschlossenen Holding-Faust verwechseln.

Roughing the Passer
Passer genießen in bestimmten Situationen besonderen Schutz. Ein später oder auf verbotene Weise ausgeführter Hit kann Roughing the Passer sein. Die NFL Strafe beträgt 15 Yards plus Automatic First Down. So kann ein Third Down trotz abgewehrtem Pass verlängert werden.
So erkennst du das Zeichen: Den erhobenen Arm nach vorn und unten schwingen; der andere Arm bleibt seitlich unten. Das Bild zeigt die Ausgangsposition. In der NFL folgt die Bewegung auf das Personal-Foul-Signal.

Intentional Grounding
Ein Passer darf einen drohenden Raumverlust nicht unter den einschlägigen Voraussetzungen durch einen regelwidrig weggeworfenen Vorwärtspass vermeiden. Intentional Grounding führt neben der jeweiligen Raumfolge zu Loss of Down. Der Versuch ist verbraucht.
So erkennst du das Zeichen: Beide Arme parallel schräg vor dem Körper bewegen. Danach folgt das Zeichen für Loss of Down.

Personal Fouls und Ausschlüsse
Viele Personal Fouls werden mit 15 Yards bestraft: unter anderem Unnecessary Roughness, Roughing the Passer, Horse Collar Tackles, bestimmte Face Mask Vergehen, gefährliche Blocks und regelwidrige Kontakte gegen schutzlose Spieler. Besonders schwere Aktionen können auch zu einer Disqualification führen.
So erkennst du das Zeichen: Ein Handgelenk über dem Kopf gegen das andere schlagen. Oft folgt ein genaueres Foulzeichen.

Face Mask
Ein regelwidriger Griff oder Zug an der Gesichtsmaske wird mit der greifenden Bewegung vor dem Gesicht verdeutlicht. Das Personal-Foul-Zeichen kann vorangestellt werden.
So erkennst du das Zeichen: Vor dem Gesicht eine greifende beziehungsweise ziehende Bewegung machen.

Unsportsmanlike Conduct und Taunting
Unsportliches Verhalten kann auch ohne körperlichen Kontakt vorliegen. Dieses Zeichen steht unter anderem für Taunting.
So erkennst du das Zeichen: Arme seitlich auf Schulterhöhe ausstrecken, Handflächen nach unten.

Disqualification – Ausschluss
Ein Ausschluss wird zusätzlich zum eigentlichen Foul angezeigt. Das Daumenzeichen allein benennt nicht den zugrunde liegenden Regelverstoß.
So erkennst du das Zeichen: Den Arm mit geschlossener Faust und ausgestrecktem Daumen nach oben und hinten führen, sodass der Daumen über die Schulter weist. Das Bild zeigt die Endposition: Ausschluss.
Targeting im College und NFL Spielerschutz
Die NFL hat keine Targeting Regel mit demselben Mechanismus wie der College Football. Sie verbietet bestimmte gefährliche Helm Kontakte und Hits gegen Kopf, Nacken oder schutzlose Spieler durch eigene Regeln. Ziel und einzelne Spielsituationen ähneln sich; Definition und Konsequenzen sind verschieden.
Hip Drop Tackle
Bestimmte Varianten des Hip Drop Tackles sind in der NFL verboten. Die Regel betrifft einen Verteidiger, der den Ballträger kontrolliert und sein Gewicht regelwidrig auf dessen Unterkörper fallen lässt. Sie dient dem Spielerschutz.
Disziplin nach dem Spiel
Die NFL kann Aktionen nachträglich prüfen und zusätzlich Geldstrafen oder in schweren beziehungsweise wiederholten Fällen Sperren verhängen. Eine Strafe während des Spiels und eine spätere Disziplinarmaßnahme sind unterschiedliche Vorgänge.
Schutz bestimmter Spieler
Passer, Kicker und Punter, Receiver beim Fang und andere schutzlose Spieler genießen unter bestimmten Voraussetzungen besonderen Schutz. Entscheidend ist neben der Härte eines Kontakts auch, wann, wie und gegen wen er erfolgt.

Running Into und Roughing the Kicker
Running Into the Kicker kostet grundsätzlich 5 Yards. Der schwerwiegendere Fall Roughing the Kicker kostet 15 Yards plus Automatic First Down. Auf einem vierten Down kann dieser Unterschied unmittelbar eine neue Angriffsserie ermöglichen.
So erkennst du das Zeichen: Ein Bein nach vorn schwingen. In der NFL unterscheidet das vorangestellte Personal-Foul-Zeichen Roughing vom Running Into.

Automatic First Down und Loss of Down
Mehrere defensive NFL Fouls bringen unabhängig von der benötigten Distanz ein Automatic First Down. Umgekehrt kann ein offensives Foul wie Intentional Grounding zusätzlich einen Down kosten. Für die Entscheidung ist neben dem Yardwert immer die Zusatzfolge wichtig.
So erkennst du das Zeichen: Beide Hände hinter den Kopf nehmen. Zusatzfolge einer Strafe, kein eigenes Foul.
Half the Distance to the Goal
Nahe der eigenen Goal Line lässt sich eine volle Raumstrafe teils nicht anwenden. Dann greifen Regeln zur Durchsetzung um die Hälfte der verbleibenden Distanz zur Goal Line. Die genaue Anwendung hängt von Foul und Spielposition ab.
Strafe annehmen oder ablehnen
Das gefoulte Team kann eine Strafe in vielen Fällen annehmen oder ablehnen. Erzielt die Offense trotz eines defensiven Fouls einen langen Touchdown, kann das Ergebnis des Plays günstiger sein. Dann lautet die Ansage des Referees: „The penalty is declined.“
Mehrere Fouls
Begehen beide Teams in einem Down Fouls, kann ein Double Foul vorliegen. Unter entsprechenden Voraussetzungen gleichen sich die Strafen aus und der Down wird wiederholt. Zeitpunkt, Ballbesitzwechsel und Art der Fouls können zu einer anderen Behandlung führen.
Die wichtigsten NFL Strafen im Überblick
| Foul | NFL Strafe vereinfacht |
| False Start | 5 Yards |
| Offside | 5 Yards |
| Neutral Zone Infraction | 5 Yards |
| Delay of Game | 5 Yards |
| Illegal Formation | 5 Yards |
| Defensive Holding | 5 Yards plus Automatic First Down |
| Illegal Contact | 5 Yards plus Automatic First Down |
| Offensive Holding | 10 Yards |
| Illegal Block in the Back | 10 Yards |
| Offensive Pass Interference | 10 Yards |
| Defensive Pass Interference | Spot Foul plus First Down |
| Roughing the Passer | 15 Yards plus Automatic First Down |
| Roughing the Kicker | 15 Yards plus Automatic First Down |
| Running Into the Kicker | 5 Yards |
| Viele Personal Fouls | 15 Yards |
| Intentional Grounding | Raumstrafe nach Regel plus Loss of Down |
Die Tabelle bietet eine schnelle Orientierung. Die tatsächliche Durchsetzung hängt von Spielzug, Position, Zeitpunkt und möglichen weiteren Fouls ab.
Warum NFL Strafen verwirrend wirken
Ähnliche Fouls können unterschiedliche Folgen haben: Defensive Holding bringt fünf Yards und ein First Down; Defensive Pass Interference kann am Ort des Fouls durchgesetzt werden; Offensive Holding kostet zehn Yards; Roughing the Passer 15 Yards und ein First Down. Man muss wissen, wer das Foul beging, wann und wo es passierte und welche Zusatzfolge die Regel vorschreibt.
NFL Regeln verändern sich
Die NFL überprüft ihre Regeln regelmäßig. Änderungen betreffen unter anderem Spielerschutz, Kicks, Replay und die Strafdurchsetzung. Bei einer konkreten Entscheidung zählt daher das Regelbuch der jeweiligen Saison.
Fazit
Die Namen vieler Fouls sind ligaübergreifend bekannt, doch die Durchsetzung in der NFL hat eigene Merkmale. Defensive Pass Interference kann viel Raumgewinn bringen, defensive 5 Yard Fouls können ein First Down schenken und schwere Personal Fouls zusätzliche Folgen haben. Bei jeder Flagge ist deshalb neben dem Foul entscheidend, was es nach den NFL Regeln bedeutet.
Wer die Fouls beobachtet und die Strafen verkündet, zeigt die Übersicht der NFL-Schiedsrichter. Die allgemeinen Prinzipien erläutern die Strafen im American Football. Wie sich ein neues First Down oder ein verlorener Versuch auswirkt, erklärt Down and Distance.
Bildserie: Football-Nation.de, KI-generierte Fotodarstellungen. Signalabgleich: NFL-Regelbuch 2026 und IFAF-Regelbuch 2026. Stand: 24. Oktober 2026.
Zuerst die Grundlagen: Unsere Seite Strafen im American Football erklärt das Thema allgemein.
