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25.016 Zuschauer beim GFL Bowl, Dresden an der Spitze des Heimspiel-Rankings – und trotzdem bleibt die EFA im Liga-Alltag vorne. Die Zuschauerzahlen 2026 zeigen, wie unterschiedlich große Finalevents und die regelmäßige Nachfrage nach Football verteilt sind.
In unserem ersten Zuschauercheck „Welche Liga hat die Nase vorn?“ standen EFA und AFLE 2026 noch der GFL-Saison 2025 gegenüber. Nach dem Finale in Dresden vergleichen wir nun denselben Jahrgang. Im Mittelpunkt steht diesmal die GFL: Was hat sich gegenüber dem Vorjahr verändert, wie stark wirkt der Bowl auf die Statistik – und wie sieht der Vergleich mit den beiden europäischen Ligen aus?
Wichtig zur Einordnung: Alle drei Spielzeiten sind beendet. Vollständige Zuschauerangaben liegen dennoch nicht vor. Unsere Summen und Durchschnitte beziehen sich ausschließlich auf Spiele mit veröffentlichter Zahl. Die Datenabdeckung steht deshalb in jeder Ligatabelle. Stand der Prüfung: 6. Oktober 2026.
GFL 2026: Das Finale wächst, der Liga-Alltag bleibt die Aufgabe
Der deutlichste Fortschritt lässt sich am Endspiel festmachen. Die GFL bestätigt für den GFL Bowl 2026 insgesamt 25.016 Besucher. Ein Jahr zuvor waren es am selben Standort 22.016 Zuschauer. Das sind 3.000 mehr und ein Plus von 13,6 Prozent. Dresden als Austragungsort und die erneute Finalteilnahme der Monarchs gehören zum Kontext dieses Erfolgs.
Doch die Entwicklung des Finales ist nicht automatisch die Entwicklung der ganzen Liga. Für die Regular Season 2026 haben wir 101.465 gemeldete Zuschauer bei 54 von 90 Spielen zusammengetragen. Das ergibt 1.879 pro dokumentierter Partie. Dieser Wert beschreibt den erfassten Ausschnitt; er ist keine Hochrechnung auf alle GFL-Spiele.
Dresden: Spitzenreiter mit leichtem Rückgang zum Vorjahr
Die sechs Regular-Season-Heimspiele der Dresden Monarchs ergeben 2026 zusammen 35.889 Besucher und einen Schnitt von 5.982. Der GFL Bowl ist darin nicht enthalten. Gegen Braunschweig kamen 8.414, gegen Berlin 7.439, gegen Kiel 4.446, gegen Düsseldorf 3.756, gegen Hildesheim 5.610 und gegen Ravensburg 6.224 Zuschauer. Die Einzelwerte stehen im Saisonspielplan von football-aktuell.
2025 waren es bei ebenfalls sechs Heimspielen 36.815 Besucher, also 6.136 im Schnitt. Grundlage sind die Einzelspiele des Vorjahres-Spielplans, wobei für das Potsdam-Spiel die vom Verein bestätigten 6.872 Zuschauer verwendet werden. Damit liegt Dresden 2026 um rund 2,5 Prozent unter dem Vorjahr. Die starke Position bleibt bestehen; ein neuer Höchstwert im regulären Heimspielbetrieb ist es nicht.
Im aktuellen Vergleich führt Dresden vor Vienna Vikings, Frankfurt Galaxy und Rhein Fire. Die Aussage gilt für die hier betrachteten drei Ligen und die dokumentierten Spiele. Teams mit weniger als der Hälfte erfasster Heimspiele werden nicht in das Ranking aufgenommen.

Regular Season: Die EFA hat die stärkste Basis in der Breite
| Liga | Spiele mit Zahl / gesamt | Abdeckung | Gemeldete Zuschauer | Ø je erfasstem Spiel |
|---|---|---|---|---|
| EFA | 25 / 30 | 83,3 % | 79.985 | 3.199 |
| AFLE | 38 / 48 | 79,2 % | 84.370 | 2.220 |
| GFL | 54 / 90 | 60,0 % | 101.465 | 1.879 |
Beim durchschnittlichen Stadionbesuch liegt die EFA klar vorn. Gegenüber der AFLE beträgt der Vorsprung im erfassten Datensatz rund 44 Prozent, gegenüber der GFL rund 70 Prozent. Die höhere absolute GFL-Summe entsteht bei deutlich mehr ausgewerteten Begegnungen; sie beantwortet eine andere Frage als der Schnitt.

Spannender als die Rangfolge ist die Verteilung auf die Clubs. Die EFA stellt fünf Teams unter den ersten zehn; die AFLE drei, die GFL zwei. Frankfurt, Munich Ravens, Raiders Tirol, Paris Musketeers und Nordic Storm erreichen im dokumentierten Heimspiel-Schnitt jeweils mehr als 2.000 Zuschauer. Bei Paris sind allerdings nur drei von fünf Heimspielen erfasst.
Die AFLE verfügt mit Vienna und Rhein Fire über zwei sehr starke Standorte und mit Wrocław über einen weiteren Club oberhalb von 2.500. Von einer durchgehend breiten Zuschauerbasis wie in der EFA kann jedoch keine Rede sein: Vienna und Rhein Fire vereinen zusammen rund 73 Prozent der erfassten AFLE-Regular-Season-Besuche auf sich. Fünf AFLE-Clubs bleiben im dokumentierten Schnitt unter 1.000. Die europäischen Ligen stellen gemeinsam acht der Top-10-Teams, sind untereinander aber sehr unterschiedlich aufgestellt.
Playoffs inklusive Finale: Der GFL Bowl verändert das Bild
| Liga | Spiele mit Zahl / gesamt | Abdeckung | Gemeldete Zuschauer | Ø je erfasstem Spiel |
|---|---|---|---|---|
| EFA | 2 / 3 | 66,7 % | 8.251 | 4.126 |
| AFLE | 3 / 3 | 100 % | 14.906 | 4.969 |
| GFL | 6 / 7 | 85,7 % | 41.110 | 6.852 |
Hier führt die GFL deutlich. Allein das Finale liefert 60,9 Prozent ihrer dokumentierten Playoff-Besuche. Die 25.016 Besucher des GFL Bowl stehen 6.113 beim AFLE Gold Bowl und 4.157 beim EFA Championship Game gegenüber. Das deutsche Finale ist damit rund viermal beziehungsweise sechsmal so groß.
Ohne das Endspiel ergeben die fünf übrigen erfassten GFL-Playoffpartien 16.094 Zuschauer und einen Schnitt von 3.219. Zum Vergleich: Die beiden AFLE-Halbfinals kommen mit 4.561 in Wien und 4.232 bei Rhein Fire auf durchschnittlich 4.397. Für die EFA ist nur das Halbfinale Munich gegen Frankfurt mit 4.094 dokumentiert; für Nordic gegen Paris fehlt eine Zahl. Beide EFA-Halbfinals wurden in Frankfurt ausgetragen. Unterschiedliche Formate und Austragungsorte gehören deshalb zur Einordnung.
Auch Dresden zeigt, warum reguläre Heimspiele, Playoffs und Bowl getrennt bleiben sollten: Im Viertelfinale kamen 4.464 und im Halbfinale 4.509 Zuschauer. Das sind zusammen 8.973 beziehungsweise 4.487 pro Spiel – weniger als im Regular-Season-Schnitt. Der Bowl wird in unserer Ligastatistik einmal gezählt und keinem Club als gewöhnliches Heimspiel zugeschlagen.
Gesamtsaison 2026: EFA vorn, AFLE und GFL nahe beieinander
| Liga | Spiele mit Zahl / gesamt | Abdeckung | Gemeldete Zuschauer | Ø je erfasstem Spiel |
|---|---|---|---|---|
| EFA | 27 / 33 | 81,8 % | 88.236 | 3.268 |
| AFLE | 41 / 51 | 80,4 % | 99.276 | 2.421 |
| GFL | 60 / 97 | 61,9 % | 142.575 | 2.376 |

Der Saisonwert wird aus allen erfassten Besuchen geteilt durch alle erfassten Spiele berechnet. Er ist nicht der einfache Mittelwert aus Regular-Season- und Playoff-Schnitt. So bleibt die EFA mit 3.268 vorne, während AFLE und GFL nur rund 45 Zuschauer pro erfasster Partie auseinanderliegen. Angesichts der Datenlücken wäre es überzogen, daraus eine eindeutige Rangfolge der tatsächlichen Gesamtnachfrage abzuleiten.
Wie groß der Bowl-Effekt ausfällt, zeigt die Gegenrechnung: Ohne das Finale käme die GFL über Regular Season und übrige dokumentierte Playoffs auf 1.993 Zuschauer pro Spiel. Der Bowl hebt den Gesamtschnitt auf 2.376 – um rund 384 Zuschauer beziehungsweise 19,3 Prozent.
Was die GFL aus dieser Saison mitnehmen kann
Die GFL besitzt mit Dresden einen außergewöhnlich starken Football-Standort und mit dem Bowl eine große Bühne, die gegenüber 2025 nochmals gewachsen ist. Zugleich bleibt die Nachfrage im regulären Ligabetrieb sehr ungleich verteilt. Ein starkes Finale ersetzt keine gut besuchten Heimspiele über den Sommer.
Die EFA zeigt in diesem Datensatz die breiteste Verankerung auf einem höheren Zuschauerniveau. Die AFLE verbindet mehrere große Publikumsmagneten mit deutlich kleineren Standorten. Für die GFL liegt die Chance darin, die Aufmerksamkeit für Dresden und das Endspiel auch für die übrigen Vereine nutzbar zu machen. Ob das gelingt, muss sich an den kommenden Heimspielserien zeigen. Einheitlich veröffentlichte Zuschauerzahlen würden diese Entwicklung für Fans, Vereine und Partner erheblich besser nachvollziehbar machen.
Datengrundlage und Quellen
Ausgewertet wurden die veröffentlichten Einzelangaben im European Leagues Football Data Lab zur EFA und zur AFLE sowie der GFL-Saisonspielplan. Für die GFL wurden fehlende beziehungsweise präzisere Angaben aus offiziellen Spielberichten ergänzt. Darunter sind die Heimspiele von Braunschweig gegen Kiel und Hildesheim, Kiel gegen Dresden, Düsseldorf, Berlin und Pforzheim, außerdem Hildesheim gegen Kiel, Munich Cowboys gegen Allgäu, Ravensburg gegen Pforzheim und Saarland gegen Allgäu.
Fehlende Werte zählen weder als null noch werden sie geschätzt. Die veröffentlichten Zahlen sind keine einheitlich geprüfte Drehkreuzstatistik und können gerundet sein.
Gegenüber dem ersten Artikel und früheren Zwischenrechnungen wurde der Datenstand aktualisiert und vollständig neu summiert. Insbesondere wurden die zusätzlich recherchierten GFL-Spielberichte diesmal auch in die Ligagesamtsummen übernommen. Die Saison ist abgeschlossen; die Erfassung der Zuschauerzahlen bleibt eine Momentaufnahme mit ausgewiesenen Lücken.
