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Wir wollen mal den großen Zuschauercheck starten. Welche Liga hat die Nase vorn, welche Mannschaften ziehen die Massen an und wo liegen die Unterschiede zwischen den Ligen.
Wir haben viele Zahlen rausgesucht und ein paar waren für uns auch überraschend, während andere schon im Vorfeld im Grunde klar waren.
Wir schauen uns dabei die abgelaufenen Saisons der EFA und AFLE an und vergleichen diese Miteinander und zum Vergleich schauen wir uns noch die GFL Saison 2025 an, damit haben wir einen guten Überblick für die Zuschauerverteilung in den Ligen und einem Fokus auf den deutschen Markt.
Ligen Check
| Liga | Saison | Mannschaften | Regular Season | Ligaweite Regular-Season-Spiele | Play-off-Spiele* |
|---|---|---|---|---|---|
| EFA | 2026 | 6 | 10 pro Team | 30 | 3 |
| AFLE | 2026 | 8 | 12 pro Team | 48 | 3 |
| GFL | 2025 | 15** | 12 pro Team | 90 | 7 |
* Jeweils inklusive Finale.
** Aufgeteilt in 2 Divisionen
Der Unterschied zwischen den Ligen ist schon hier deutlich zu erkennen:
EFA und AFLE sind europaweit spielende Ligen mit kleinem Teilnehmerfeld, dadurch auch entsprechend weniger Spielen pro Saison. Beide Ligen agieren auf Semi-Professioneller-Basis und das Modell basiert auf dem Franchise-Modell.
Die GFL hingegen ist eine rein deutsche Liga, die mit eingetragenen Vereinen und einer Verbandsstruktur spielt. Es handelt sich zudem um eine Amateur-Liga, wo der überwiegende Teil der Spieler einem richtigen Beruf nachgeht und der American Football eher ein Hobby ist, zudem spielt man mit Auf- und Absteigern.
| GFL | EFA | AFLE | |
|---|---|---|---|
| Grundmodell | Eingetragene Vereine / Verbandsstruktur | Profi-Franchises | Profi-Franchises |
| Eigentum & Mitbestimmung | Mitglieder wählen meist Vorstand und bestimmen den Verein | Franchise-Eigentümer kontrollieren Liga und Teams | Die teilnehmenden Franchises sind Mitglieder der Liga und entscheiden gemeinsam |
| Eintritt in die Liga | Sportliche Qualifikation, Lizenzierung und Verbandsregeln | Franchise-/Teilnahmerecht | Franchise-/Teilnahmerecht |
| Region & Name | Verein kann grundsätzlich eigenständig auftreten | Markt bzw. Territory wird der Franchise zugeordnet | Markt bzw. Homegrown-Territory wird der Franchise zugeordnet |
| Rechtsform der Teams | Häufig e. V.; teils Ausgliederungen möglich | Nicht einheitlich: je Land z. B. GmbH, Ltd. oder Verein möglich | Ebenfalls nicht einheitlich |
So das war das wichtigste zu den Ligen, jetzt kommen wir zu den harten Fakten, wer zieht wie viele Zuschauer in die Stadien. Wer schafft es den Football-Hype in Deutschland und Europa am besten mit zu nehmen.
Wir haben zahlreiche Quellen geprüft um möglichst viele Zuschauerzahlen zu bekommen, leider lässt sich in keiner Liga eine vollständige Übersicht erstellen, daher sind alle Werte auf Spiele bezogen, wo wir mindestens eine offiziell belegte Zuschauerzahl finden konnten.
Schaut euch die Zahlen nach Ligen an, einfach auf die jeweilige Liga klicken!
Die EFA hat die wenigsten Mannschaften der drei Ligen, aber was bedeutet das für das Interesse der Zuschauer. Zumindest erstmal nichts negatives.
Für die Premieren-Saison der Liga konnten wir für 27 von 33 Spielen Zahlen ermitteln, diese 27 Spiele wollten 88.126 Zuschauer sehen.
Das entspricht einem Schnitt von 3.264 Zuschauern pro Spiel und damit ist die Liga in dem Bereich Spitzenreiter.
In der folgenden Übersicht ist zu sehen, das Frankfurt der Zuschauermagnet der Liga ist und die Unterschiede im Durchschnitt recht groß sind, zudem liegen gerade bei den Prague Lions und den Paris Musketeers leider nicht alle Zuschauerzahlen vor.
| Team | Ø Zuschauer | Heimspiele mit Zahl |
|---|---|---|
| Frankfurt Galaxy | 5.197 | 5 |
| Munich Ravens | 3.740 | 5 |
| Raiders Tirol | 2.950 | 5 |
| Paris Musketeers | 2.629 | 3 |
| Nordic Storm | 2.036 | 5 |
| Prague Lions | 1.185 | 2 |
Die AFLE ist ziemlich kurzfristig entstanden, Spielpläne und das vollständige Teilnehmerfeld standen erst relativ spät fest, was bei vielen Fans zu Unsicherheit führte. Teilweise hatten die Fans schon garnicht mehr mit einem Spielbetrieb gerechnet.
Für die Premieren-Saison der Liga konnten wir für 39 von 51 Spielen Zahlen ermitteln, diese 39 Spiele wollten 98.826 Zuschauer sehen.
Das entspricht einem Schnitt von 2.534 Zuschauern pro Spiel und liegt damit deutlich hinter dem der EFA.
Größter Verlierer dieser ganzen Konstellation, mit Abspaltung von der EFA, spätem Spielplan etc. ist Rhein Fire.
Das Team aus Duisburg war in der ELF vom Startweg das Zugpferd was die Zuschauerzahlen anging, ist aber in der vergangenen Saison auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet und hat im Schnitt gut 3.000 Zuschauer verloren und gipfelte in der Finanziellen-Rettung durch die AFLE selbst.
Hier liegen für einige Spiele keine Zuschauerzahlen vor, da es sich um 12 Spiele handelt, muss man mit dem Durchschnitt und der Gesamtzahl vorsichtig sein. Lediglich die Vienna Vikings und Rhein Fire weisen für jedes Spiel Zuschauerzahlen aus.
| Team | Ø Zuschauer | Heimspiele mit Zahl |
|---|---|---|
| Vienna Vikings | 5.278 | 6 |
| Rhein Fire | 5.035 | 6 |
| Panthers Wrocław | 2.533 | 5 |
| London Warriors | 783 | 5 |
| Paris Lights | 513 | 5 |
| Alpine Rams | 447 | 3 |
| Berlin Thunder | 431 | 5 |
| Firenze Red Lions | 63 | 4 |
Der Unterschied zwischen den Teams ist hier viel deutlicher als in der EFA, hier kann man von einer Zweiklassengesellschaft reden. Viele Teams haben mit wechselnden Stadien (z.B. London Warriors) oder Stadien ohne ausreichende Zuschauerkapazitäten (z.B. Berlin Thunder) zu kämpfen.
Bei dem Thema hat die AFLE also noch ordentlich Potenzial.
Die GFL hat natürlich aufgrund ihrer Struktur die mit Abstand meisten Spiele, da die Liga aber in zwei Divisionen aufgeteilt ist, haben die Teams selbst aber nur 12 Spiele pro Team, was ähnlich der EFA und AFLE ist.
Die Zahlen für die GFL stammen aus der Saison 2025, da die 2026er Saison noch läuft.
Von den 97 Spielen, haben wir lediglich für 67 Spiele Zuschauerzahlen gefunden, aber bei den Spielen waren beachtliche 149.284 Zuschauer.
Das entspricht einem Schnitt von 2.228 Zuschauern, hier gibt es aber eine Besonderheit, die den Schnitt deutlich anhabt. Der GFL-Bowl 2025 zog 22.016 Zuschauer ins Stadion und hob damit den Gesamtschnitt der Liga deutlich nach oben.
Ohne den GFL Bowl liegt der Schnitt nur noch bei 1.929 Zuschauern, damit sinkt der Schnitt um 300, während er bei den beiden anderen Ligen lediglich um 100-200 im Schnitt singt, wenn man dort das Finale rausrechnet.
| Team | Regular Season | Play-offs | Gesamt | Spiele mit Zahl | Ø |
|---|---|---|---|---|---|
| Dresden Monarchs | 36.815 | 4.290 | 41.105 | 7 | 5.872 |
| Braunschweig NY Lions | 16.824 | – | 16.824 | 6 | 2.804 |
| Potsdam Royals | 9.972 | 2.095 | 12.067 | 7 | 1.724 |
| Schwäbisch Hall Unicorns | 12.362 | – | 12.362 | 6 | 2.060 |
| Paderborn Dolphins | 5.775 | – | 5.775 | 6 | 963 |
| Kiel Baltic Hurricanes | 4.098 | – | 4.098 | 3 | 1.366 |
| Düsseldorf Panther | 1.650 | – | 1.650 | 2 | 825 |
| Straubing Spiders | k. A. | – | k. A. | 0 | k. A. |
| Hildesheim Invaders | k. A. | – | k. A. | 0 | k. A. |
| Ravensburg Razorbacks | 6.901 | 4.392 | 11.293 | 8 | 1.412 |
| Munich Cowboys | 6.224 | 1.086 | 7.310 | 7 | 1.044 |
| Berlin Rebels | 6.341 | – | 6.341 | 6 | 1.057 |
| Allgäu Comets | 1.961 | – | 1.961 | 2 | 981 |
| Saarland Hurricanes | 6.497 | – | 6.497 | 6 | 1.083 |
| Pforzheim Wilddogs | k. A. | – | k. A. | 0 | k. A. |
Hier ist beachtlich, das die Dresden Monarchs Ligaübergreifend den mit etwas Abstand besten Schnitt haben!

Die Ligen müssen jetzt ihre Schlüsse aus der Premieren-Saison ziehen, das aktuell stabilere Gesamtpaket scheint die EFA auf die Beine gestellt zu haben. Die AFLE scheint optisch mehr in Richtung hochglanz ELF-Format zu gehen und hat dabei Teams aufgenommen, bzw. gegründet, die natürlich noch keine Konkurrenz für die etablierten sind. Entwickelt haben sich die Teams sportlich sehr unterschiedlich, was die reinen Zuschauerzahlen angeht, waren alle nicht sehr erfolgreich. Schlusslicht bildet Firenze Red Lions mit lediglich 63 Besuchern im Schnitt.
Was auch auffällig war, das die Anzahl der zu Auswärtsspielen mitreisenden Fans sehr gering war, hauptsächlich sind es also die Heimfans die für die Zuschauer in den Stadien sorgen. Auch das wird ein Thema werden, die Football-Community braucht auch Fan-Freundschaften um noch weiter zu wachsen.
Beide Final-Spiele, sowohl das Championship-Game, als auch der Gold Bowl waren bei den Zuschauern bei weitem nicht so erfolgreich wie die Finals der ELF.

Gold Bowl (AFLE): 6.113 Zuschauer
Championship-Game (EFA): 4.157 Zuschauer
Championship-Game 2025 (ELF): 36.784 Zuschauer
