Ein NFL-Spieler trägt Helm, Shoulder Pads und Polster an den Beinen. Doch die Details unterscheiden sich von anderen Tackle-Wettbewerben. Was nach internationalen IFAF-Regeln Pflicht ist, kann in der NFL eine Empfehlung sein. Hinzu kommen Helmtests, Vorgaben für Visiere und Guardian Caps. Diese Seite erklärt die NFL-Schutzausrüstung für die Saison 2026. Die Grundausrüstung im American Football erläutern wir separat.
Pflicht oder Empfehlung? Der schnelle Vergleich

| Ausrüstung | IFAF-Tackle-Regeln | NFL 2026 |
|---|---|---|
| Helm, Facemask und Kinnriemen | Pflicht | Pflicht |
| Shoulder Pads | Pflicht | Pflicht |
| Oberschenkel- und Kniepolster | Pflicht | Pflicht; Ausnahme für Punter und Placekicker |
| Hüftpolster mit Steißbeinschutz | Pflicht | Hüftpolster empfohlen |
| Mundschutz | Pflicht | Nicht in der Pflichtliste aufgeführt |
Das NFL-Regelbuch führt den Mundschutz nicht unter den verpflichtenden Ausrüstungsteilen auf. Das ist keine Empfehlung, auf ihn zu verzichten. Wer selbst spielt, muss die Regeln seines Wettbewerbs beachten; die NFL-Sonderregeln lassen sich nicht pauschal auf Vereine in Deutschland übertragen.
Was schreibt die NFL für Polster und Helm vor?
Helm mit gesichertem Kinnriemen und Facemask sowie zugelassene Schulter-, Oberschenkel- und Kniepolster bilden den Kern der Pflichtausrüstung. Polster gehören unter die Spielkleidung. Kniepolster müssen die Knie bedecken und mindestens ein Viertel Zoll dick sein. Punter und Placekicker dürfen Oberschenkel- und Kniepolster weglassen; die Ausnahme gilt nicht für sämtliche Special-Teams-Spieler. Hüftpolster empfiehlt das Regelbuch.
Wie wählt die NFL Helme aus?
NFL und Spielergewerkschaft NFLPA lassen Helme im Labor auf Kopfaufpralle untersuchen. Teams berücksichtigen bei der Auswahl darüber hinaus Passform, Komfort, Haltbarkeit, medizinische Vorgeschichte und Position. Positionen wie Quarterback sowie Offensive und Defensive Line haben unterschiedliche Belastungsprofile.
„Not Recommended“ bedeutet nicht automatisch verboten. Für 2026 unterscheidet die NFL/NFLPA-Liste unter anderem besonders gut getestete, nicht empfohlene und verbotene Modelle. Die Ergebnisse bilden NFL-typische Aufpralle ab und sind keine allgemeine Rangliste für Jugend- oder Amateurhelme. Ein gut bewerteter Helm verhindert nicht jede Gehirnerschütterung.
Guardian Cap: Zusatzpolster über dem Helm
Eine Guardian Cap ist eine gepolsterte Hülle auf der Außenseite des normalen Footballhelms. Sie ergänzt ihn und ersetzt weder den Helm noch seinen korrekten Sitz. Trainingspflicht, freiwilliger Spieleinsatz und Modellzulassung sind dabei getrennte Fragen.
Kontakttraining: Pflicht mit Ausnahmen
2026 gilt die Vorgabe bei Kontakttrainings in Preseason, Regular Season und Postseason für alle Positionsgruppen außer Quarterbacks, Kickern und Puntern. Eine weitere Ausnahme betrifft das Helmmodell: Die NFL nennt zehn entsprechend getestete Modelle, die Spieler betroffener Positionen im Training ohne Guardian Cap tragen dürfen. Entscheidend ist die aktuelle Ausnahmeliste, nicht allein die Marke des Helms.
Im Spiel erlaubt – mit Helmoptik
Seit 2024 ist die Guardian Cap auch in NFL-Spielen freiwillig erlaubt. Für die bisherige NXT gibt es Spieltagsbezüge in den Farben und im Design des Teamhelms. Dadurch fallen die äußeren Polster weniger auf. Unter Überzug und Bezug bleibt der normale Helm.
Neu zugelassen für 2026: NXT 2.0
Für 2026 ist zusätzlich die Guardian Cap NXT 2.0 in NFL-Training und -Spielen zugelassen. Ihre glattere Oberfläche lässt sich direkt gestalten und wirkt stärker wie eine klassische Helmschale. Sie bleibt jedoch ein äußerer Polsterüberzug. Laut Hersteller verwendet sie dieselben Materialien und bietet dieselbe angegebene Aufprallleistung wie die NXT; die neue Optik ist kein Beleg für einen höheren Schutz.
Eine Guardian Cap kann Belastungen bei bestimmten Aufprallen reduzieren. Sie macht Kopfkontakte nicht sicher und bietet keine Garantie gegen Gehirnerschütterungen. Laborwerte oder Beobachtungen aus dem NFL-Training lassen sich nicht als persönliche Schutzgarantie lesen.

Visiere, weitere Polster und Kontrolle
Ein Visier vor den Augen ist optional. Klare Visiere sind möglich; getönte Visiere benötigen medizinische Unterlagen und die Genehmigung der Liga. Zusätzliche Polster und Stützen müssen regelkonform angebracht sein. Lose, beschädigte oder freiliegende harte Teile können auch Gegenspieler gefährden.
Die wichtigste Faustregel lautet: Pflichtteile, Empfehlungen und zusätzliche Schutztechnik unterscheiden. Für das eigene Training zählen die Regeln des zuständigen Verbands und die fachgerechte Anpassung der Ausrüstung.
Weiterlesen: Persönliche Schutzausrüstung im American Football · NFL – Alles über die National Football League
Quellen und Regelstand
Stand: 6. Oktober 2026. Grundlage sind die NFL-Spielregeln 2026, Rule 5 Section 4, die IFAF-Tackle-Regeln 2026, die NFL/NFLPA-Helmliste 2026 mit Guardian-Cap-Ausnahmen und die NFL/NFLPA-Helmtests.
Weitere Angaben: NFL zum freiwilligen Spieleinsatz seit 2024, Guardian Sports zur NXT-2.0-Zulassung und den Vorgaben 2026 sowie CDC zu den Grenzen des Helmschutzes. Produktangaben von Guardian Sports sind als Herstellerangaben eingeordnet.
