NFL-Themen

Die NFL Free Agency ist die Phase, in der Teams Spieler mit auslaufenden Verträgen verpflichten können. Ein bekannter Name wechselt plötzlich die Mannschaft – doch wer darf frei unterschreiben, und warum kann sein bisheriges Team manchmal noch mitreden? Hier findest du die wichtigsten Regeln in einfachen Worten.

Was bedeutet Free Agency?

Ein „Free Agent“ ist ein Spieler, dessen Vertrag ausläuft oder der keinen Vertrag mehr hat. Er kann einen neuen Vertrag aushandeln. Wie frei die Wahl seines nächsten Teams ist, hängt davon ab, wie viele anrechenbare NFL-Spielzeiten er bereits gesammelt hat und ob sein bisheriger Klub ihm ein bestimmtes Angebot macht.

Für die Kaderplanung ist diese Phase besonders wichtig: Teams können erfahrene Spieler holen, Lücken schließen oder eigene Leistungsträger halten. Anders als beim NFL Draft geht es dabei vor allem um Spieler, die bereits in der Liga waren.

Die drei wichtigsten Spielerkategorien

  • Unrestricted Free Agent (UFA): Mindestens vier anrechenbare Spielzeiten und ein ausgelaufener Vertrag. Ein solcher Spieler darf grundsätzlich mit jedem Team verhandeln und dort unterschreiben.
  • Restricted Free Agent (RFA): Drei anrechenbare Spielzeiten und ein ausgelaufener Vertrag. Sein bisheriges Team kann ihm ein qualifizierendes Einjahresangebot, einen „Tender“, machen. Dann darf es ein Angebot eines anderen Teams unter Umständen ausgleichen und je nach Tender bei einem Wechsel eine Draft-Auswahl als Ausgleich erhalten.
  • Exclusive Rights Free Agent (ERFA): Weniger als drei anrechenbare Spielzeiten. Bietet das bisherige Team einen Einjahresvertrag zum vorgeschriebenen Mindestgehalt an, kann der Spieler nicht mit anderen Teams verhandeln.

Eine anrechenbare Spielzeit ist nicht einfach jedes Jahr im Kader: Nach den NFL-Regeln zählt unter anderem, ob ein Spieler in mindestens sechs Regular-Season-Spielen den entsprechenden Status hatte. Für Einsteiger reicht zunächst die Faustregel: Je länger ein Spieler in der NFL ist, desto freier kann er nach Vertragsende wechseln.

Ein Beispiel für einen Wechsel

Ein erfahrener Receiver hat fünf anrechenbare Spielzeiten und sein Vertrag läuft aus. Er ist ein Unrestricted Free Agent: Team A kann ihm einen neuen Vertrag anbieten, aber auch Team B und Team C dürfen mit ihm verhandeln. Unterschreibt er bei Team B, erhält Team A dafür durch diesen Wechsel grundsätzlich keinen direkten Draft-Pick von Team B.

Ein anderer Spieler mit drei anrechenbaren Spielzeiten bekommt von seinem bisherigen Klub einen RFA-Tender. Er unterschreibt ein Angebot von Team C. Sein bisheriger Klub kann dieses Angebot ausgleichen und ihn behalten. Lässt er ihn ziehen, kann – abhängig vom Tender – ein Draft-Pick als Ausgleich fällig werden.

Was ist der Unterschied zu einem Trade?

Bei einem Trade vereinbaren Teams einen Tausch, etwa Spieler gegen Draft-Picks. Bei einer Verpflichtung in der Free Agency einigt sich das neue Team dagegen mit einem verfügbaren Spieler auf einen Vertrag. Nicht jeder spektakuläre Teamwechsel ist also ein Free-Agency-Wechsel.

Franchise Tag und Salary Cap

Ein Team kann einen möglichen Free Agent unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Franchise Tag belegen. Damit soll ein wichtiger Spieler zumindest zunächst gebunden werden; je nach Art des Tags unterscheiden sich seine Möglichkeiten, mit anderen Teams zu verhandeln. Pro Saison kann ein Klub einen Franchise- oder Transition-Spieler bestimmen.

Auch das Budget setzt Grenzen. Die Gehaltsobergrenze beeinflusst, wie viel ein Team für seinen Kader ausgeben kann. Unser Artikel zum Salary Cap erklärt, warum ein Klub trotz Interesse nicht jeden verfügbaren Star verpflichten kann.

Wann beginnt die Free Agency?

Der Beginn hängt am Start des neuen NFL-Ligajahres und wird jedes Jahr von der Liga festgelegt. Vor dem eigentlichen Vertragsbeginn gibt es für künftige Unrestricted Free Agents üblicherweise ein kurzes Verhandlungsfenster mit ihren Agenten. Die konkreten Termine ändern sich jährlich; für 2026 begann die neue Liga-Saison am 11. März.

Kurz erklärt

Free Agency heißt: Vertragslose oder bald vertragslose Spieler können neue Verträge schließen. Bei erfahrenen UFAs ist die Teamwahl weitgehend frei, bei RFAs und ERFAs besitzt der bisherige Klub mehr Rechte. Für den Überblick über die Liga geht es zurück zum NFL-Bereich.

Regelgrundlage: NFL Football Operations – Types of Free Agents (Stand: 2026).