AFLE-Logo mit Football und symbolischen Reiserouten – Illustration zum Liga-Ausbau 2027

Titelbild: KI-Illustration / Football-Nation.de; Logo-Vorlage: AFLE / aflepro.com. Kartenpunkte und Verbindungen sind symbolisch und zeigen keine bestätigten Standorte oder Reiserouten.

Die AFLE konkretisiert ihre Pläne für die Saison 2027. Vier ausgeschriebene Stellen geben Einblick in den Ausbau der Ligazentrale in Hamburg. Die wichtigste operative Änderung: Die Reisen aller Franchises sollen künftig zentral organisiert werden. Zugleich nennt die Liga in ihren Anzeigen ein Teilnehmerfeld von voraussichtlich zehn Teams. Was bereits angekündigt ist – und welche Schlüsse sich daraus ziehen lassen.

Stand: 28. Oktober 2026. Grundlage sind die offiziellen Stellenausschreibungen und Mitteilungen der AFLE. Die nachfolgenden Fakten beschreiben angekündigte Vorhaben; ihre vollständige Umsetzung oder die Besetzung der Stellen ist damit noch nicht belegt.

AFLE bündelt Teamreisen ab November

In der Ausschreibung für einen Travel Manager steht die bislang deutlichste Aussage zum organisatorischen Ausbau: Für die Saison 2027, beginnend im November 2026, will die AFLE die Teamreisen aller Franchises zentral in der Liga bündeln. Gesucht wird dafür eine unbefristete Vollzeitkraft mit 40 Wochenstunden und sofortigem Start in Hamburg; hybrides Arbeiten ist vorgesehen.

Der Aufgabenbereich reicht von Flügen, Bahn- und Busfahrten über Hotels bis zur Verpflegung für Spieler, Coaches und Staff. Die neue Stelle soll Reiserichtlinien und Buchungsprozesse aufbauen, Rahmenverträge mit Verkehrsunternehmen und Hotels verhandeln sowie die Teammanager mit den erforderlichen Reiseunterlagen versorgen. Auch Umbuchungen bei Ausfällen, grenzüberschreitende Einreisefragen und das Kostencontrolling gehören dazu. Das Reporting erfolgt an Football Operations.

Damit kündigt die AFLE eine konkrete gemeinsame Dienstleistung für ihre Clubs an. Nicht genannt werden hingegen ein Reisebudget oder Regeln zur Kostenverteilung. Aus der zentralen Buchung lässt sich deshalb nicht ableiten, dass die Liga sämtliche Reisekosten der Franchises übernimmt.

Vier Stellen für Ligabetrieb, Fans und Vermarktung

Neben dem Travel Manager sucht die AFLE drei weitere Kräfte für das Hamburger Ligabüro. Die Stellenanzeigen nennen folgende Aufgaben und Rahmenbedingungen:

  • Event- & Community Manager: unbefristete Vollzeitstelle mit 40 Wochenstunden ab dem 1. Januar 2027. Geplant sind die Organisation von Ligaevents wie Saisonauftakt, Media Days, Fan-Festen und Gold Bowl sowie der Aufbau der Fan-Community. Hinzu kommen Aktionen mit Franchises, Sponsoren und Medienpartnern.
  • Merchandise Manager: unbefristete Teilzeitstelle mit 20 bis 25 Wochenstunden ab dem 1. Januar 2027. Zuständig für Liga-Kollektionen, Herstellerabstimmung, Onlineshop und Verkauf an Spieltagen. Auch Preis-, Bestands- und Absatzplanung sowie die Abstimmung von Lizenz- und Markenthemen sind vorgesehen.
  • Werkstudent League Operations: ab dem 1. Januar 2027, während der Vorlesungszeit bis zu 20 Wochenstunden. Unterstützung bei Spielplanung, Spieltagsorganisation, Stadionlizenzierungen, Fuhrpark und TV-Produktion sowie bei ausgewählten Spieltagen und dem Gold Bowl.

Die Anzeigen belegen einen Personalbedarf und die vorgesehenen Zuständigkeiten. Sie sagen jedoch nicht, ob sämtliche Aufgaben erstmals entstehen, bislang extern erledigt wurden oder innerhalb der bestehenden Organisation neu verteilt werden. Auch konkrete Veröffentlichungstermine der einzelnen Ausschreibungen sind auf den geprüften Seiten nicht ausgewiesen.

Zehn Teams 2027: konkrete Erwartung, noch kein fertiges Teilnehmerfeld

In den vier Anzeigen beschreibt die AFLE ihr Wachstum nach der Premierensaison mit acht Franchises. Für 2027 nennt sie ausdrücklich voraussichtlich zehn Teams. Die Einschränkung ist entscheidend: Es handelt sich um eine öffentlich genannte Erwartung der Liga, nicht um die Bestätigung eines endgültigen Teilnehmerfeldes.

Die Warsaw Eagles sind bereits als neunte Franchise bestätigt. In der Mitteilung zur Ernennung von Jim Tomsula zum CEO kündigt die AFLE weitere Märkte an, ohne sie zu benennen. Welche zusätzliche Franchise die Zehnerplanung vervollständigen könnte, geht aus den hier ausgewerteten Quellen nicht hervor. Eine Zusage für einen bestimmten Standort lässt sich aus den Stellenausschreibungen nicht herauslesen.

Tomsulas neuer Auftrag passt zum Ausbau der Zentrale

Am 27. Oktober hat die AFLE Jim Tomsula mit sofortiger Wirkung zum CEO ernannt. Der bisherige Präsident übernimmt laut Liga die operative Führung mit Verantwortung für Ligabetrieb, zentrale Dienstleistungen und Franchiseentwicklung. Joel Nagel bleibt der Mitteilung zufolge Eigentümer und Chairman der Holding- und Betriebsgesellschaften.

Als Schwerpunkte nennt die Liga die Entwicklung europäischer Talente, gemeinsame Standards bei Schiedsrichtern, Übertragungsproduktion und medizinischer Versorgung sowie mehr Unterstützung für die Clubs bei Coaching, Infrastruktur und Verwaltung. Die Reiseorganisation ist nun ein konkret beschriebenes Vorhaben innerhalb dieses größeren Aufgabenfeldes.

Einordnung: mehr gemeinsame Organisation, mehr eigene Vermarktung

Redaktionelle Einordnung: Zusammengenommen sprechen die Ausschreibungen für den Aufbau einer leistungsfähigeren Ligazentrale. Besonders die geplante Reisebündelung verlagert eine klar umrissene organisatorische Aufgabe auf die gemeinsame Ebene. Einheitliche Abläufe und gebündelte Buchungen können die Clubverwaltungen entlasten und bessere Einkaufskonditionen ermöglichen. Tatsächliche Einsparungen lassen sich ohne Verträge, Budgets und Vergleichswerte aber noch nicht beziffern.

Auch sportlich kann verlässliche Reiselogistik relevant sein: Anreisezeiten, Hotelorganisation und kurzfristige Ausfälle beeinflussen die Vorbereitung auf einen Spieltag. Eine zentrale Ansprechperson könnte helfen, Probleme schneller und nach gemeinsamen Verfahren zu lösen. Das ist eine mögliche Wirkung des Modells, noch kein nachgewiesenes Ergebnis.

Die Stellen für Events und Merchandise zeigen zugleich, dass die AFLE ihre Beziehung zu Fans und ihre kommerziellen Angebote systematischer bearbeiten will. Veranstaltungen, Sponsorenaktionen und eigene Kollektionen benötigen klare Zuständigkeiten. Die Aufgabenprofile sprechen dafür, diese Bereiche gezielter zu steuern. Eine vollständige Übernahme der Clubvermarktung oder aller Teamshops ist damit nicht angekündigt.

Offen bleiben Finanzierung und genaue Entscheidungswege

Für eine abschließende Bewertung fehlen weiterhin wichtige Angaben: Wie werden die zentralen Leistungen finanziert? Welche Aufgaben verbleiben bei den Clubs? Und wie sind die Befugnisse zwischen CEO, Commissioner und den Gremien der Franchises abgegrenzt? Die geprüften Ausschreibungen beantworten diese Fragen nicht.

Die allgemeine About-Seite beschreibt die AFLE als von den teilnehmenden Teams getragenen Verband mit gemeinschaftlichen sportlichen und strukturellen Entscheidungen. Die aktuelle CEO-Mitteilung nennt dagegen zusätzlich Eigentümer, Holding und Betriebsgesellschaften. Das kann unterschiedliche Ebenen der Organisation beschreiben. Ein aktuelles vollständiges Organigramm ergibt sich aus diesen Texten nicht. Zudem enthält die About-Seite noch eine überholte Passage zum bevorstehenden Start der Saison 2026; sie ist daher nicht durchgehend als aktueller Stand zu lesen.

Belastbar ist damit vor allem die operative Entwicklung: Die AFLE kündigt gemeinsame Teamreisen an, sucht Personal für mehrere zentrale Aufgaben und nennt zehn Teams als Erwartung für 2027. Ob daraus darüber hinaus veränderte Eigentumsverhältnisse, Stimmrechte oder eine neue Rolle des Commissioners folgen, ist durch die ausgewerteten Quellen nicht belegt.

Quellen und Recherchegrundlage

Alle Quellen stammen von der offiziellen AFLE-Website; geprüft am 28. Oktober 2026. Die Stellenanzeigen wurden direkt auf den Live-Seiten gelesen, da die Suchmaschinenfassung der Karriereübersicht noch einen älteren Stand zeigte.

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